Seit 1990 begleiten wir Menschen mit einem auffordernden Verhalten auf speziellen beschützten Wohnbereichen. Den demenzerkrankten Bewohnern möchten wir einen größtmöglichen Freiraum in „ihrer Lebenswelt“ bieten.
Die z. Zt. existierenden 70 Plätze orientieren sich am Krankheitsfortschritt einer Demenzerkrankung, sind miteinander verknüpft und schaffen einen Lebens- und Begegnungsraum für die erkrankten Menschen und ihre Familien (siehe „Die 4 Phasen einer Demenz“ und „Wir stellen vor – Wohngemeinschaft „Vergiss mein nicht“).
Der zu betreuende Mensch mit einem auffordernden Verhalten soll in unserem Haus mit Hilfe der Gemeinschaft eine entspannende und das Wohlbefinden fördernde Umgebung vorfinden. Mitarbeiter, Angehörige sowie Ärzte und Therapeuten befinden sich im stetigen Austausch, wann und wie das Wohlbefinden gefördert werden kann.
Wir versuchen, den Bewohner vor Stigmatisierung zu schützen und dort zu akzeptieren, wo er gerade steht. Nicht die Erkrankung mit ihren teilweise ungewöhnlichen Abweichungen steht im Vordergrund, sondern der Mensch, der uns begegnet. Die Mitarbeiter haben sich durch gezielte fachliche Fort- und Weiterbildung von einengenden Normen in der Pflege befreit, um den zu Betreuenden mehr Freiräume zu bieten.
Diese Form der Betreuung verzichtet größtmöglich auf die Verwendung von freiheitsentziehenden Maßnahmen sowie den Einsatz von Psychopharmaka. Unterstützt werden unsere Ziele durch die räumliche Gestaltung der Wohnbereiche mit Licht und Farbe und den Zugangsmöglichkeiten in die Natur.
Im Tagesablauf findet sich der Bewohner in einer sozialen Gemeinschaft wieder – die Integration in diese Gemeinschaft und die Erhaltung und Förderung lebenspraktischer Fähigkeiten orientiert sich an den Zeichen des Wohlbefindens und den biographischen Hinweisen der Familie.
Unsere Mitarbeiter in Pflege und Betreuung konkretisieren ihre Förderung am Beispiel nachfolgender Tätigkeiten:
Alle pflegerischen und betreuenden Angebote unterwerfen sich der Prämisse, dass kein Bewohner überfordert wird und das Angebot als Stress erlebt wird.
Die Arbeit auf den Wohnbereichen und in der Wohngemeinschaft ist nicht denkbar ohne die Einbeziehung und Begleitung der Angehörigen. Gesprächsgruppen unter therapeutischer Leitung (siehe Demenzgesprächsgruppe), Integration in die Arbeitsabläufe sowie Wohnmöglichkeiten im Hause schaffen einen beschützten Rahmen.
Wir möchten uns, orientiert an den gesellschaftlichen Bedürfnissen von demenzerkrankten Menschen und ihren Angehörigen weiterentwickeln. Für unsere Region möchten wir unser Wissen weitergeben, insbesondere an Menschen, die zu Hause pflegen und betreuen.
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